
(1935 | 255 S.)
Meinung
Cornelia meint:
Was für ein vergnügliches Männerbuch! Man muss natürlich die Frömmigkeit um ein Etliches runterschrauben, denn diese Kerle denken wirklich an nichts anderes als Trinken, Essen, Sex. Und alledas beschaffen sie sich auf mehr oder weniger legale und einfallsreiche Weise. Betrügen, stehlen, prügeln sich aus lauter Jux und Dollerei, und zur Erholung geht es in das nette Kittchen von Monterey. Ansonsten: schlafen, warten, hoffen, irgendwann aktiv werden, zusammensitzen und Betrachtungen über die Lebensweisen der Mitmenschen anstellen, – in rudimentärer Form geht es um dasselbe, was bei zivilisierten Bürgern im Mittelpunkt steht (und übrigens genau das, was die Göttersöhne zu Noahs Zeiten ihrem Schöpfer so verhasst machte.)
Und doch ist das nicht alles. Es gibt einen Sinn für Anstand und gegenseitige Hilfsverpflichtung. Bei allem frömmlerischen Selbstbetrug will doch keiner seine moralische Selbstachtung, seine Integrität verlieren. Und es gibt sogar einige wirklich gläubige Katholiken, die mit ihren Heiligen verhandeln. Und dann noch ein Hinüberreichen ins Helden-Ethos, in die großen Erzählungen, die immer lebendig bleiben werden.
All meine Normen fallen hier hintenüber, ich habe es mit großem Vergnügen gelesen, immer ein Kapitel zum Einschlafen, – und ich schlief gut.
Jg (Jungs)*
Info
| Erscheinungsjahr | 20. Jh., 1. Hälfte |
| Seiten | 100-300 |
| Autor | Steinbeck, John |
| Für Jugendliche: | Ok |

Kommentar zu: Steinbeck, John – Die Schelme von Tortilla Flat.