
(1987 | 288 S.)
Meinung
Cornelia meint:
Dies ist ein Buch, aus dem man viel über römisches Leben und römische Geschichte lernen kann. Die Zeit Caesars (der aber in Gallien ist), die ökonomische Situation der kleineren Landbesitzer, die durch die Spartakus-Unruhen ihren Hof nicht mehr halten können, weil die Großgrundbesitzer mit ihren vielen Sklaven ihre Verkaufspreise unterbieten können.
Die Familie von Quintus, aus etruskischem Adel aber verarmt, muss nach Rom und hat es dort schwer. Zum Glück gerät der Junge in eine Bubenbande, die in das Parteienwesen eingebunden ist und sich mit den Weißen prügeln muss. Diese Weißen hängen mit dem Bettlersyndikat zusammen und stecken mit einem vornehmen Verbrecher beim Getreideschmuggel unter einer Decke. Einer der Jungs, Patriziersohn und Chef der Bande, respektiert Quintus (gebildet, gute Familie), und die beiden kommen den Verbrechern auf die Schliche. Am Ende rettet Quintus den Freund und das Elend nimmt ein schnelles Ende.
Sehr interessant die Beziehungen zwischen der streng abgetrennten Aristokratie und den Plebes. Aulus wird ermutigt, sich mit den Unterschichtkindern zusammenzutun: Er muss wissen, mit wem er es beim Regieren später zu tun hat. Und er muss üben die Kunst, Klienten um sich zu versammeln, die seiner überlegenen Klugheit, seinem Mut, seiner Kraft und seiner Fürsorge vertrauen. Der Parteienkrieg um Pferderennen hält hier die nötige Konkurrenz am Glimmen. Das ganze System ist ja darauf gebaut, die Plebs zufriedenzustellen, um ungestört seine Privilegien zu genießen und – und das ist wichtig – richtige Entscheidungen für das allgemeine Wohl, den Staat, zu treffen. Dazu wird bei uns keiner mehr erzogen.
Sehr spannend, ein wenig knabenhafte Freundes-Suche, die Vorteile des Land-Lebens (man lernt, mit dem Bogen zu schießen) – all das nicht tief aber sehr unterhaltsam.
Jg oder schon GK? Ein Stern
Info
| Erscheinungsjahr | 20. Jh., 2. Hälfte |
| Seiten | 100-300 |
| Autor | Stöver, Hans Dieter |
| Für Jugendliche: | Ok |

Kommentar zu: Stöver, Hans Dieter – Quintus geht nach Rom.