Jahreskalender der Heiligen auf der DOM-Synaxis Ikone

Der heilige Korbinian gilt heute als erster Bischof von Freising (in Bayern), auch wenn dieses Bistum offiziell erst vom heiligen Bonifatius gegründet wurde. Als Missionar verkündete er das Evangelium in Gebieten, die heute zu Frankreich, der Schweiz, Deutschland (Bayern) und Norditalien gehören (Südtirol).

Geboren vermutlich in Belun in der Diözese Paris und früh Vater-los, zog er sich bereits mit zwanzig Jaharen als Einsiedler in eine Zelle in einiger Entfernung von seinem Elternhaus zurück. Aufgrund seines reinen Lebens erlangte er bald Berühmtheit in dieser Gegend, und neben vielen Ratsuchenden kamen auch viele junge Männer, um sein asketisches Leben zu teilen. So von allen Seiten bedrängt, reiste Korbinian zwischen 709 und 716 nach Rom, um den Papst um Zuweisung an einen ruhigen Ort zum Gebet zu bitten. Konstantin I jedoch erkannte ihn als fortgeschritten im geistlichen Leben, ermahnte ihn, seine Verantwortung für die Heiden wahrzunehmen, weihte ihn zum Priester und gleich auch zum Bischof für die Mission im Frankenreich. In sein Vaterland zurückgekehrt predigte der Heilige überall die Heilslehre, ermahnte Volk und Priester zur Tugend und Vollkommenheit und zog sich dann wieder für sieben Jahre in die Einsamkeit zurück. Auf einer Reise zu Pippins Hof wohin er beschieden worden war, begegnete er einem Unglücklichen namens Adalbert, der wegen begangener Diebereien gehängt werden sollte. Durch Mitleid gerührt beschwor er die Henker die Hinrichtung zu verschieben, bis er mit Pippin gesprochen habe. Da seine Worte aber nichts bewirkten bereitete er den zum Tode Verurteilten auf sein Ende vor und eilte dann zum Königshof, wo er von Pippin die Begnadigung des Verbrechers erlangte. Bei seiner eiligen Rückreise fand er den Unglücklichen bereits aufgeknüpft vor. Dennoch ließ er ihn ablösen und erkannte den Gehenkten als noch am Leben. Adalbert verließ daraufhin seine frühere Lebensweise, schloss sich dem hl. Korbinian an und diente fortan seinem Lebensretter in unverbrüchlicher Treue und Frömmigkeit.

Da der Heilige in der Folge wegen des großen Andrangs zu seiner Zelle die erhoffte Ruhe immer noch nicht fand, unternahm er eine zweite Wallfahrt nach Rom, um auf sein Bischofsamt zu verzichten und in ein Kloster eintreten zu können. Dabei reiste er über Schwaben und Bayern, bekehrte viele vom Götzendienst und wurde liebevoll von Herzog Theodo II. zu Regensburg, und auch von dessen Sohn Grimoald zu Freising aufgenommen. Beide wünschten ihn bei sich zu halten und unterstützten ihn mehr als sieben Jahre lang bei seiner intensiven Missionsarbeit in der Schweiz, in Bayern und im damals bayerischen Norditalien.

Da er dabei aber immer noch nicht die ersehnte Ruhe fand, begab er sich erneut in die Ewige Stadt, um sich von der ihm anvertrauten Aufgabe entbinden zu lassen. Ungeachtet seiner Wünsche wies ihm Papst Gregor II erneut Bayern als Haupt-Missionsgebiet zu, erlaubte ihm aber die Gründung eines Klosters. Hierzu stellte ihm Grimoald das Gebiet um Kuens in Südtirol zur Verfügung, wo Korbinian ein Kanonikerstift gründete. Hier förderte er auch die Landwirtschaft und das Wohlergehen der Bevölkerung.

Grimoald hatte sich von seiner entgegen den kirchlichen Vorschriften geheirateten Frau seines verstorbenen Bruders, Plektrudis, auf die Ermahnungen Korbinians getrennt. So ließ sich Korbinian in dem von Bonifatius neu zur Bischofsstadt erhobenen Freising nieder, das bald zum wichtigsten religiösen Zentrum in Süddeutschland wurde. Hier legte er auch den Grundstein für das spätere Benediktinerkloster Weihenstephan und baute eine hölzerne Kapelle.

Neben seiner Verwaltungsarbeit als Bischof versäumte er es nie, die Gottesdienste zu besuchen. Hierzu begab er sich nachts zu Fuß von Freising ins heutige Weihenstephan, um am Gebet der Mönche teilzunehmen. Später baute er auch noch neben der Kathedralkirche, welche der Allheiligen Gottesgebärerin geweiht ist, ein Kloster zu Ehren des hl. Benedict.

Durch seinen Bruder erfuhr Korbinian, dass Plektrudis ihm nach dem Leben trachtete. Er floh in sein Kloster in Kuens. Grimoalds Nachfolger rief ihn, da Plektrudis inzwischen nach Frankreich verbannt worden war, zurück nach Freising, wo er bald darauf am 8. September starb. Bei der Erhebung seiner Reliquien im Jahr 768 erwies sich der Leib des großen Asketen als unverwest.

Seine Reliquien liegen in Freising.

Links

https://orthpedia.de/index.php/Korbinian_von_Freising

https://www.heiligenlexikon.de/BiographienK/Korbinian_von_Freising.html

Quellen: Wiki, Oekumenisches Heiligenlexikon, Orthpedia, Mönch Melitons Heiligenviten, Vladyka Hiobs Kurzfassungen, Vater Alexandrus beiden Bände, der Tagungsband der russischen Konferenz in Berlin, einige Monographien.