
(1831 | 34 S.)
Meinung
Cornelia meint:
Hier, endlich, mal was Erfreuliches. Dabei fängt es etwas staubig Meistersängerisch-Nürnbergisch-handwerdsstolz an. Meister Martin ist der beste und tollste Küfer und findet das auch. Rücksichtslos gegen andere, großzügig gegen Arme, versehen mit dem holden Töchterlein, das nu mal grad niemand anders als ein würdiger Küfer heiraten soll. So deutet er in seinem Eigenstolz die Prophezeihung der sterbenden Großmutter. Und so müssen alle Jünglinge, die Rosa haben wollen, in den sauren Apfel beißen und Küfner werden. Zwei geben dafür ihre künstlerischen Berufungen auf, der dritte sein Rittertum. Die Sache wird bewegend durch die tiefe Freundschaft der ersten beiden, die sich durch die Konkurrenz um Rosa nicht auseinanderbringen lassen. Konrad, der dritte, kann zuweilen „vor lauter Kraft nicht laufen“ und rastet aus, wie er getadelt wird über einen zu harten Schlag mit dem Beil. Am Ende geht Reinhold wieder nach Italien – die Kunst ist ihm nu doch wichtiger als die Küferei, Rosa hin, Rosa her, ihm graut vor dem bürgerlichen Hausstand, Konrad musste gehen und findet eine adligere Alternative, und Friedrich, der den Verlust seiner Silberschmiederei nicht mehr verkraftet, schafft ein Doppelleben zwischen seinem alten Meister und dem knurrigen Martin. Am Ende bringt er einen Silberpokal, auf den Omas Prophezeihung viel besser passt, macht auch noch das Fass fertig und kriegt Rosa, die sowieso immer nur ihn geliebt hatte.
Erstens ist schön, dass es alles gut ausgeht. Zweitens ist wunderschön die Spannung zwischen Freundschaft und Liebe. Und drittens reift dann auch noch im alten Küfer ein wenig Demut heran.
GK ***
Info
| Erscheinungsjahr | 19. Jh., 1. Hälfte |
| Seiten | < 100 |
| Autor | Hoffmann, E. T. A. |
| Für Jugendliche: | Empfehlung |

Kommentar zu: Hoffmann, E. T. a. – Meister Martin der Küfner und seine Gesellen.