
(1926 | 44 S.)
Meinung
Cornelia meint:
Was mich hier begeistert ist die Schlichtheit der Geschichte. Die Pathologie des Reichtums – dargelegt an Anson, der die Welt zu seinen Füssen erlebt und es versäumt, die Frau, die ihn liebt wie niemand ihn wieder lieben wird, ebenso – und mit Einsatz seines Lebens und der Bereitschaft zur Ehe – zurückzulieben. Das kluge Mädchen behält einen klaren Kopf und lässt sich nicht umsonst vernaschen – heiratet dann halt einen anderen. Und ihr Bild hindert Anson daran, später Dolly Unrecht zu tun, die er auch nicht liebt, aber die zu allem bereit wäre. Er wird ein erfolgreicher Geschäftsmann, gesuchter Problemlöser für andere, gesuchter best man bei anderer Leute Hochzeiten, und dann immer einsamer und deprimierter. Eine Europareise soll ihn wieder fit machen fürs Geschäft, und da gibt es tatsächlich eine Frau zum Umwerben. Der Leser aber neigt dazu, seine Einsamkeit als unheilbar anzusehen. Ein subtiles Bild von der Leere, die unter einer äußerst respektablen, philanthropischen und religiös korrekten Oberfläche lauern kann.
Eine schöne Therapie für die Versuchung, vom Reichtum zu träumen.
Info
Erscheinungsjahr | 20. Jh., 1. Hälfte |
Seiten | < 100 |
Autor | Fitzgerald, F. Scott |
Kommentar zu: Fitzgerald, F. Scott – A rich boy.