(1932 | 68 S. Reclam) Schauspiel
Meinung
Cornelia meint:
Jegor soll eigentlich sterben, weigert sich aber ungefähr so wie der alte Kerl in Tennessee Williams Battle of Angels. Dort sind die Frauen Opfer männlicher Eigensucht und gemeindlicher Unterdrückung, hier schaufeln sie sich ihre Gräber selbst. Seine Frau nervt,, weil sie doch lieber den Baschkin hätte heiraten sollen, der ein besserer Geschäftsmann war und die Witwe samt Geschäft gerne erben würde. Tochter Warwara ist mit Swonzow verheiratet, der auch das Geschäft erben will, hierzu aber die Ansprüche der unehelichen Tochter Jegors, die der Papa in reichlich zweifelhafter Weise liebt (abgesehen von der Haushälterin, die er auch liebt), durch deren Verehelichung mit seinem Vetter Tjatin in der Familie halten will – was allerdings daran scheitert, dass Tjatin eine allzu ehrliche Haut ist. Alles andere sind Zyniker, der Pope, die Äbtissin, die Wunderheilerin, der Besessene. Die ganze Unordnung soll auf die Absetzung des Zaren zurückgehen, und auf die kommende Revolution mit der man sich schonmal gut stellen muss. Während bei Williams die tödliche Bosheit mitten in der gesellschaftlich moralischen Ordnung ihren gleichsam natürlichen Ort hat, suggeriert Gorki die historischen Umstände als Ursache, und dann liegt natürlich nahe, vom Erfolg der Revolution eine moralische Besserung zu erwarten.
Brr.
Info
| Erscheinungsjahr | 20. Jh., 1. Hälfte |
| Seiten | < 100 |
| Autor | Gorki, Maxim |
| Für Jugendliche: | Ungünstig |

Kommentar zu: Gorki, Maxim – Jegor Bulytschow und die anderen.