
(1951 | 160 S.)
Ernest Miller Hemingway war einer der erfolgreichsten und bekanntesten US-amerikanischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. 1953 erhielt er den Pulitzer-Preis für seine Novelle Der alte Mann und das Meer und 1954 den Literaturnobelpreis. Wikipedia
Meinung
The old man and the sea
Überwältigend schön. Warum konnte ich nur früher, in der Schule, dieser Pflichtlektüre nichts abgewinnen? Naja, für ein junges Mädchen ein Alter Mann, und Fische – schwer vermittelbar.
Jetzt, im Alter, lese ich mit Begeisterung. Zwei Dinge bezaubern mich: Die Art, wie der Junge seinem alten Lehrmeister treu bleibt, mit Takt dessen Realitätsverweigerung (aus Stolz) schont und alles Nötige herbeischafft. Dem Alten seine Würde lässt. Dann nicht so sehr die Art, wie der Alte es sich und allen nochmal zeigen will, indem er ganz allein auf den glücklichen Tag hofft und dabei über alle Grenzen sich hinauskämpft. Sondern wie seine Beziehung zur riesigen Beute, die ihm geschenkt wird, so schillernd wechselt zwischen der Notwendigkeit, viel Fleisch für viele Familien an Land zu bringen, und der Brüderlichkeit, die er in sich wachsen lässt gegenüber einem edlen Geschöpf, wo es am Ende gleich ist, ob jenes ihn töten wird oder er jenes.
Tatsächlich gelingt ihm der Fang, aber alles bleibt vergeblich: Obwohl er sie heldenhaft bekämpft, fressen ihm die Haie alles Fleisch vom Skelett. Dieses allerdings begründet seinen erneuten Ruhm. Und der Junge ist jetzt so weit erwachsen geworden, dass er sich über das väterliche Gebot hinwegsetzt und wieder mit dem Alten fahren will: So kann jener ihn alles lehren, was er weiß. So gewinnt der Alte im Angesicht des nahen Todes seine eigene kleine Unsterblichkeit.
Das ist wunderschön geschrieben – der Rang dieser Literatur hält sich die Waage mit der Botschaft. Ob das vielleicht doch für Jungs zugänglich wäre? Sonst halt für uns Alte!
Jg Jungs ***? Sonst für Alte***
The short Happy Life of Francis Macomber
Das Erwachsenwerden eines jungen reichen Amerikaners
To have and have not
Dass das große Literatur ist – geschenkt. Ich lese mit Begeisterung und kann das Buch durchaus nicht weglegen.
Der Marxismus, den Hemmingway aus dem spanischen Bürgerkrieg mitgebracht hat, legt sich wie eine feuchte muffige Decke über seinen herrlichen Blick auf Menschen und ihre Beziehungen. Drunter ist seine Menschenliebe zu spüren, sein Gefühl für die Not jener Armen in Key West, die, von den Reichen betrogen, keine Wahl haben, als sich in Verbrechen zu verwickeln und daran zugrunde zu gehen – schad um Harry, besonders weil seine Frau ihn so sehr liebte. Aber zu arg ist die ganz normale Brutalität – nicht nur bei den versoffenen Armen, sondern auch – nur besser einzivilisiert – bei den Reichen. Es ist ein Buch für Männer alright, da hab ich ja was für übrig. Aber ich möchte nicht, dass meine Enkel sich von der hier gefeierten Gewalt berühren lassen. Also weg.
Info
| Erscheinungsjahr | 20. Jh., 2. Hälfte |
| Seiten | 100-300 |
| Autor | Hemingway, Ernest |
| Für Jugendliche: | Empfehlung |

Kommentar zu: Hemingway, Ernest – Der alte Mann und das Meer u. a. Erzählungen.