(1818 | 50 S.)
Meinung
Cornelia meint:
Venedig. Politik. Krieg gegen Genua. Der alte Doge schafft nix mehr. Einer aus dem Rat, Bodoeri, schwatzt der Republik den Falieri auf. Der ist zwar schon hoch in den Achzigern, aber war siegreich in vielen Schlachten, Rat und Volk lassen sich überzeugen und wählen ihn. Und der vermählt sich Satzungsmäßig mit dem Meer, einer etwas kühlen Braut, die später sich an der entflohenen Witwe des Alten rächen wird, indem sie ihr und ihrem Liebhaber Antonio den Liebestod in stürmischen Fluten beschert.
Antonio ist Sohn eines deutschen Kaufmanns, der durch Verrat in Venedig hingerichtet wurde, gerettet von seiner Amme, die, als das Kind vom Freund des Vaters erzogen wird, als Heilerin ihr Leben fristet, aber durch den Neid der Ärzte einer grausamen Folter unterworfen alt, hässlich und beinah wahnsinnig wird. Trotzdem kann sie in die Zukunft sehen und befördert nicht nur Antonios Überleben, sondern auch die Liebe zu Annunziata, der Großnichte des Bodoeri, der durch ihre Verheiratung mit dem Mummeldogen Einfluss auf Falieri sich gesichert hat. Die aber hat früher mal den Antonio getroffen und die Liebe zu ihm bewahrt. Und irgendwann wird ihr klar, dass der immer um sie rumschleicht, und dann merkt sie, was ihr bei dem Alten an ihrer Seite immer gefehlt hat. Sehr rührend.
Alles dran. Gehäufte Intrigen bei den fiesen Italienern, Leidenschaft, Abwehr und Hinwendung seitens des schönen Jünglings zur hässlichen Alten, ein treuer Freund mit Gondel zur rechten Zeit, Revolution, Trubeldiwubel. Spannend aber ohne Substanz.
Info
| Erscheinungsjahr | 19. Jh., 1. Hälfte |
| Seiten | < 100 |
| Autor | Hoffmann, E. T. A. |
| Für Jugendliche: | Ok |

Kommentar zu: Hoffmann, E. T. A. – Doge und Dogaressa.