(1820/1822 | 44/70 S.)
«Spielerglück» ist eine Erzählung von E. T. A. Hoffmann, die in der Sammlung «Die Serapionsbrüder» erschien.
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Meinung
Cornelia meint:
Spielerglück
Ein braver junger Baron Siegfried, bester Ruf, bester Charakter, wird von Freunden an den Spieltisch gezwungen und hat außerordentliches Glück. Und um dem Ruhm im Badeort zu entkommen, spielt er weiter, hoffend, dass er endlich mal verlieren wird und seine Ruhe wieder hat. Nun steht aber ein Fremder ihm gegenüber und betrachtet ihn mit störender Intensität, so lange, bis Siegfried ihn ziemlich grob zum Abhauen nötigt.
Draußen im Park dann Genugtuungs-hin und her, bis der Fremde endlich damit rausrückt, dass er Siegfried warnen wollte, vor dem Teufel, dessen Krallen er schon nach ihm ausgestreckt sieht. Und weil Siegfried das alles für Unsinn hält, erzählt der Fremde ihm vom Chevalier Menars: Wie dieser auch immer Glück hatte und dann den Dämon des Geizes kriegte und ein Italiener Vertura seine Glückssträhne überwinden will und gegen seine Bank kämpft, alles verliert. Und da Vertura als ein Bösewicht und Wucherer bekannt ist, wird der Chevalier ihm dann auch das verspielte eigene Haus ihm abnehmen.
Auftritt Angela im Nachthemd, die voller Liebe ihren Vater tröstet und ihn mit eigener Arbeit unterhalten will. Nun, der Chevalier , wie vom Blitz getroffen, bereut, entflammt, und will sie heiraten. Papa Vertura glücklich, allerdings stirbt er offenbar vom Dämon erneut in seiner Seele ergriffen, – das sieht nicht gut aus. Und Angela merkt, dass die Jugendliebe grad nach Spanien in den Krieg zieht, und eigentlich hat sie den immer geliebt. Nunja, aber der ist weg, und Menars sehr liebevoll. Allerdings – nach der Hochzeit erneute Spielleidenschaft. Endlich muss er aus Paris nach Genua fliehen, weil man ihm Falschspiel unterstellt. Dort will er erneut sein Glück versuchen, kommt aber an die Bank jenes Jugendfreundes, der ihn mit Vergnügen ruiniert und ihm endlich auch die Frau ab-wettet. Gibt sich zu erkennen als jene Jugendliebe, der es darauf anlegt, den schlimmen Ehemann seiner Geliebten loszuwerden. Beide machen sich auf den Weg, man will sie wecken, – da ist sie schon tot. Die Jugendliebe verschwindet,
Mit diesen Wortten verschwindet auch der Freme. Dann stirbt er, und man findet heraus: er selbst war jener Chevalier. Das wirkt: Siegfried ist angemessen erschüttert und geheilt.
Hm. Spielsucht ist zumindest in meinen Kreisen nicht das große Ding. Aber Sucht ist immer Sucht. Heute geht es nicht ums Geld, sondern ums Glück. Die Drogen versprechen es, und man meint, man hätte es im Griff. Zu spät merkt man: man selbst ist im Griff.
Insofern vielleicht eine interessante Lektüre für junge leute.
Jg
Des Vetters Eckfenster
Dies ist eigentlich keine Geschichte, sondern das gemeinsame aus dem Fenster Gucken eines alten Mannes und seines jungen Neffen. Und da werden aus den Menschen, die den Markt bevölkern, Geschichten gebastelt. Eine Schule des Sehens und Beschreibens. Wäre toll, mit Jugendlichen in einer Schulklasse zu behandeln, und die dann die Geschichts-Anfänge weiterspinnen zu lassen.
Info
| Erscheinungsjahr | 19. Jh., 1. Hälfte |
| Seiten | < 100 |
| Autor | Hoffmann, E. T. A. |
| Für Jugendliche: | Ok |

Kommentar zu: Hoffmann, E. T. A. – Spielerglück | Des Vetters Eckfenster.