Meinung
Ich weiß mir nicht zu helfen, aber die Sache ist für mich ambivalent. Ich las das Buch mit allergrößter Begeisterung abends zum Einschlafen. Absolut herrlich der Ton, und sogar die Gedichte kann ich genießen und die wahrhaft wunderbaren Geschichten. Aus seiner Wiki Biographie erfahre ich, dass er relativ spät Nazi wurde, dann allerdings auf dem Heimweg vom Krieg sich anders besann. Soweit, so nachvollziehbar.
Aber dann lese ich von seiner Homosexualität. Davon habe ich in diesen schönen Geschichten nichts, aber auch gar nichts gefühlt. Alles stand gut und richtig an seinem Platz. Und doch ist mir die Freude vergangen. Kann ich als orthodoxer Christ ein noch so schönes Buch von einem Menschen empfehlen, der seine Neigung lebte? Und doch ist es mir schon öfter passiert, dass ich die Bücher eines Menschen, der im Privatleben kein anständiger Typ war, nicht mehr gerne genießen möchte. Für mich ist das Lesen halt doch eine Begegnung mit einem Menschen, und auf dessen Menschlichkeit kommt es mir an. Darum habe ich auch keine Empfehlung.
Info
| Erscheinungsjahr | 20. Jh., 2. Hälfte |
| Seiten | 100-300 |
| Autor | Krüss, James |

Kommentar zu: Krüss, James – Urgroßvaters Geschichten.