
(um 1900 | 137 S.)
Lafcadio Hearn erklärte dem Westen Japan. In seinen an der Wende zum 20. Jahrhundert entstandenen Werken gelang es ihm wie keinem anderen westlichen Schriftsteller, tiefe Einblicke in die durch den … Google Books
Meinung
Cornelia meint:
Dieses Buch ist für gründliche Interessenten am Buddhismus. Es lohnt sich für Orthodoxe, da einzusteigen, denn die Parallelen sind ebenso frappierend wie die Unterschiede.
Ein lebender Gott im Tempel
Shinto Schreine. Hearn träumt sich als Gott. Das konnte früher jeder, aber heute geht das nicht mehr. Immerhin war damals Vergöttlichung was Normales. Dann erzählt er über die Solidarsysteme der alten Dorfgemeinschaften und ihr Ethos. Und dann die Geschichte vom Gemeindevorsteher Hamaguschi, der selbstlos Opfer bringt, um sein Dorf vor einem Tsunami zu retten. Und dafür wurde er von seinem Dorf vergöttlicht. Das ist eine wunderbare Geschichte, wenn man sie auf das Ethos in der Hamaguschi-Geschichte beschränkt.
GK
In Osaka
Lohnende Beschreibung des ökonomischen Zentrums von Japan. Höchst eindrucksvoll die Beschreibung der menschlichen Beziehungen zwischen Herren und Knechten. Das macht die langatmigen Berichte über dies, das und jenes erträglich. Es ist dieses Ethos, das ich für Jugendliche wichtig finde.
Jg
Nirwana
Religionswissenschaftlich interessant. Es räumt auf mit westlichen Vorurteilen – aber am Ende sind die so arg unbegründet doch nicht. Man kommt nur dahinter, wenn man das westliche Ichbewusstsein aufgibt. Genau das aber wollen wir nicht aufgeben, weil es zum Angesprochensein des Menschen durch Gott gehört. Dass solche Ichheit nicht die ganze Geschichte ist, sondern sie stets in Beziehung steht, das wissen wir Christen auch.
Und dann soll all diesen Fluss und dieses Zergleiten der Realität auch durch die westliche Wissenschaft bestätigt worden sein. Viel Mühe wird auf diese Kompatibilität verwandt. Diese Wissenschaft soll den Menschen im Fortschritt zum Geistigen hin anleiten, und der Buddhismus fügt dann die Transzendenz hinzu.
Da wird vieles zusammengetragen, und immer wieder beeindruckt mich die Tiefe seiner moralischen Beobachtung: „Die Ausbreitung der intellektuellen Macht, die Verfeinerung der Sensibilität, die Erweiterung der Sympathien, das intensivere Schönheitsempfinden – all dies vermehrt ebenso gewiss die ethischen Gefahren wie die ethischen Möglichkeiten. Die höchsten materiellen Resultate der Zivilisation und die Steigerung der Freudemöglichkeiten erfordern eine Selbstbeherrschung, eine ethische Ausgeglichenheit, die in früheren und niedrigeren Daseinsformen überflüssig und unmöglich war.“ Für solche Sätze muss man Hearn lieben. Und es würde sich lohnen, hier nach Parallelen und Unterschieden zur Orthodoxie zu suchen, die Hearn niemals einbringt (obwohl er getauft ist…)-
Orth
Info
Erscheinungsjahr | 20. Jh., 1. Hälfte |
Seiten | 100-300 |
Autor | Hearn, Lavcadio |
Kommentar zu: Hearn, Lavcadio – Buddha.