
Meinung
Cornelia meint: Ein Lieblingsbuch von Oma, der es 1924 geschenkt wurde.
Keller, aus ganz einfachen Verhältnissen kommend, wurde ein ungemein populärer schlesischer Schriftsteller. Er tut ja niemandem weh, aber was mich ärgert, ist jener abgekupferte Romantizismus (romantischer als die zuweilen ungemein unromantischen Romantiker, jedenfalls ohne deren Ironie), der mich auch bei Herman Hesse stört. Das Ganze durchweht eine pseudo-religiöse Kindlichkeitsfrömmigkeit und Märchensucht und – bloß nicht alt Werden! Hinzu kommt ein überzogener Moralismus, der vom Liebenden die blinde, allem gegenläufigen Anschein trotzende Glaubens-Hingabe verlangt. Das wirkt auf mich – faschistoid.
Habe lange überlegt, ob das was wäre, später, für die Kinder, als Einführung in Staatsaffairen unter Zwergenvölkern. Aber ich fürchte, die würden es heute gar nicht mehr einordnen können. Also nix, wird verschenkt.
Info
| Erscheinungsjahr | 20. Jh., 1. Hälfte |
| Seiten | 100-300 |
| Autor | Keller, Paul |

Kommentar zu: Keller, Paul – Das letzte Märchen.