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Storm, Theodor – Märchen | Pole Poppenspäler

(um 1874 | je ca. 120 S.) 

Meinung

Cornelia meint:

Pole Poppenspäler

Unbeschreiblich schöne Geschichte einer Kinderliebe zu einem fahrenden Volk-Mädchen, dessen Eltern aber „respektable Leute“ sind und darum auch für ehrbare Handwerker heiratsfähig. Alles voller Liebe und Schönheit, die durch Armut und Verblendung durchscheint. Unbedingt!

GK ***

Märchen

Der Spiegel des Cyprian

Gute und weniger gute Gräfinnen, Grafen halt Grafen, ganz liebe Kinder, Guter Haushofmeister, böser Oberst und eine Amme, die den Fluch des Zauberspiegels durch ihre Gebete löst. Oder vielleicht steckte im Zauberspiegel auch bisschen göttliche Gerechtigkeit?

Richtig schön! Man muss nur beim Vorlesen eine Mütze aufsetzen, solange man die Amme die Geschichte in der Geschichte erzählen lässt, und sie wieder absetzen, wenn man in die Geschichte zurückkehrt, denn sonst kommt man mit all den guten und unguten Gräfinnen, Kunos und Wolfs durcheinander. Allerdings wegen der Zaubersachen doch nur zwei Sterne.

GK **

Die Regentrude

Zu langatmig. Zu viel aus der Romantik geklaut. Und dann zwischendurch neckisches Ei ei ei.

 Hans Bär

Ein allzu starker Junge drückt seine Spielhündlein aus Versehen zu Tod, wird dann aber von einer Bärenmutter, der die Jäger die Jungen weggeschossen haben, aufgezogen. Endlich kann er sich befreien, erweckt überall Anstoß und Furcht, tötet den Riesen, kriegt die Königstochter, und pflegt als König seine halb verhungerte Bärenmutter. Die aber stirbt dann trotzdem. Es endet mit Weinen, und das können Kinder nicht gebrauchen.

Hinzelmeier

Storm bedient sich bei Topois der Romantik und allerlei Symbolik, damit der Junge, von der Suche nach dem Stein der Weisen diabolisch verblendet,  seine Rosenjungfrau doch nicht kriegt. Er stirbt und auch sie überlebt im toten Rosenland gefangen. Das ist gar nichts für Kinder, und auch nicht für Erwachsene.

Bulemanns Haus

Das ist  ohne Zweifel GANZ GROSSE LITERATUR. Aber das Grisegrausen ist für Kinder nicht zu empfehlen. Auch dann nicht, wenn sie es wollen sollten. Es gibt lichte Momente der Güte und angemessenen Abscheu, und ein Orgelspieler sorgt für die Grabplatte des gestorbenen Neffen. Und tatsächlich haben die Riesenkatzen ihn nicht aufgefressen, dafür war er schon zu verschrumpelt und die Mäuse fetter. Dass der alte Böse am Ende auf die Barmherzigkeit Gottes wartet, ist reiner Zynismus.

Info

Erscheinungsjahr 19. Jh., 2. Hälfte
Seiten 100-300
Autor Storm, Theodor
Für Jugendliche: Empfehlung

Kommentare

Kommentar zu: Storm, Theodor – Märchen | Pole Poppenspäler.

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