
„Gut gefällt mir in ihren Büchern, dass Kinder, die zu Opfern der Bosheit und des Egoismus der Erwachsenen werden, nicht sich unterkriegen lassen, sondern tapfer kämpfen.“
Meinung
Cornelia meint:
Gut gefällt mir in ihren Büchern, dass Kinder, die zu Opfern der Bosheit und des Egoismus der Erwachsenen werden, nicht sich unterkriegen lassen, sondern tapfer kämpfen. Das ist Vorbild-freundlich, – wenn auch ziemlich überfordernd.
Der Kleine Lord
Das Buch hat mich auch jetzt noch berührt: Wie der kleine Junge durch seine Güte und Liebe den alten Misanthropen und Egoisten durch puren Glauben an dessen Güte wahrhaft gut macht. Was mir bedenklich erscheint, ist: DA liegt ein allzu optimistisches Menschenbild zugrunde, was dann zur Überforderung des Jungen (und seiner Mutter) führt. Wunderbar komponiert, wie die einfachen Leute, denen Cedric in America half, später sein gräfliches Erbe retten können. Da knirscht nix (außer der Übersetzung..).
GK
The secret Garden
Na, Christus ist zwar irgendwie angekommen, aber auch nur als eine Form der „guten Macht“, die alles belebt und erhält. Also ohne Kreuz. Aber immerhin.
Eines der schönsten Bücher: Ein total vernachlässigtes reiches Kind kommt aus Indien nach dem Tod der Familie zum Onkel in Yorkshire. Der will sie nichtmal sehen, und so bleibt Magd Martha die einzige Kontaktperson für Mary, die niemals irgendwas lernte und immer nur krank und missmutig geblieben war. Allmählich lernt sie, mit Martha umzugehen und sich von ihr mit der Umwelt bekanntmachen zu lassen. Sie entdeckt den Garten und alten Brumm-Gärtner, und, mehr noch, die Zuwendung zu Tieren und Vögeln lässt sie Schlüssel und Tür zum geheimen Garten finden, der verschlossen wurde, weil der Schlossherr seit dem Tod der Frau deren Lieblingsplatz nicht mehr ertragen kann (statt diesen Platz zu pflegen, wie sie es getan hatte….). Nein, er flieht und flieht auch den Anblick seines Sohnes, der – wie alle Äzrte sagen – eh bald sterben wird und deshalb zu einem unglücklichen egoistischen Scheusal wurde. Da der Vater befohlen hatte, alles müssten ihm zu Willen sein, tyrannisiert er alle und wird gehasst. Der Hausarzt soll das ganze Landgut erben, wenn Colin stirbt – kein Wunder, dass er nicht viel Initiative entfaltet.
Mary entdeckt den Geheimgehaltenen und zwischen gegenseitigen Wutanfällen und Friedlichkeiten entwickelt sich lebens-stärkende Freundschaft. Mit hinzu kommt Marthas kleiner Bruder Dickon, der alle Tiere liebt und dem sie alle vertrauen. Im secret Garden lernt Colin zu laufen und stark zu werden – verheimlicht vorm Rest des Hauses, denn es soll eine Überraschung sein, wenn der Vater kommt. Und dieser wird durch eine unfassbare „Stimme“ aus seiner Flucht durch die Welt heimgerufen und kriegt einen gesunden Sohn geschenkt.
Das ist alles absolut wunderbar beschrieben, bis auf die Magie, die Colin mit seiner Geistkraft verbindet, um das Wunder seiner Genesung zu fördern. Da wird mir immer schlecht bei, aber Marthas Mutter, die Ur-Mutter, rettet die Sache, indem sie diese Magie mit Christus irgendwie als kompatibel verknüpft.
Warum niemand diesem Vater mal die Ohren langzog und ihn darauf aufmerksam macht, dass, eine Frau lieben heißt, ihr Kind zu lieben… Unbegreiflich. Wenn irgendwas auf das ländliche Patriarchat ein schlechtes Licht wirft, dann solche Geschichten, die vom Eigenwillen der weißen alten Männer wie von etwas Selbstverständlichem ausgehen.
GK
Info
Autor | Burnett, Frances Hodgson |
Kommentar zu: Burnett, Frances Hodgson – Der Kleine Lord/ The secret Garden.