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Dostojewski, Fjodor – Onkelchens Traum

(1859 | 200 S.)

Onkelchens Traum ist ein Roman Fjodor Dostojewskis, der 1858 entstand. Es war der erste Prosatext, den Dostojewski während seiner sibirischen Verbannung schrieb; er geht den Aufzeichnungen aus einem Totenhaus von 1860 voran. Onkelchens Traum wurde im Märzheft 1859 des Russischen Wortes veröffentlicht. Wikipedia

Meinung

Cornelia meint:

Eine Abrechnung mit dem Idealismus der schönen Seelen (der Hauslehrer, der, wie man erst am Ende in seiner Beichte erfährt, wirklich ein Miesling gewesen sein mag, weil er die edle Seele für sich entflammte und dann unmöglich machte in dieser Gesellschaft) und denen, die ständig schöne Seelschaft vorgaukeln (dieser Kandidat und Neffe). Abrechnung auch mit den gesellschaftlichen Stutenbissigkeiten, wobei Oberekel Maria Alexandrowna am Ende doch ziemlich viel originale Mutterliebe nicht insofern beweist, als sie Töchterchen an Fürsten verkuppeln will, aber doch retrospektiv, sofern sie völlig recht hatte, den Lehrer rauszuwerfen. Sinaida, die wahrhaft schöne Seele, wird durch die Mühle allerlei Intrigen gedreht und landet am Ende reich und hochmütig beim Gouverneur in Sibirien. Auch ein Elend. Und Mamachen weiterhin dabei. Man sieht hier, wie an der Klarheit und Wahrheit dieses Mädchens alle anderen in ihrer Mittelmäßigkeit entlarvt werden, wie aber diese miese Mittelmäßigkeit der Eigenliebe auch sie zerstört. Und dann noch der Fürst, der nur noch aus Kunstmitteln besteht, rührend und verwirrt…

Streckenweise durchaus lustig, spannend. Ich weiß aber wirklich nicht, ob ich jungen Menschen so viel Entlarvung von Niedrigkeit zumuten würde. Natürlich ist es nützlich, diese psychologische Analyse der Eigenliebe. Natürlich kann man davon was lernen. Okay, also für Jugendliche.

Immerhin war Dostojewski selbst mit diesem frühen Werk nicht zufrieden und wollte eigentlich anderes schreiben, was aber Zensur nicht erlaubte.

 

Info

Erscheinungsjahr 19. Jh., 2. Hälfte
Seiten 100-300
Autor Dostojewski, Fjodor

Kommentare

Kommentar zu: Dostojewski, Fjodor – Onkelchens Traum.

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