
(1774 | 25 S.)
https://www.projekt-gutenberg.org/goethe/wieland/wieland.html
Meinung
Eine Farce. Im Hades der Antike herrscht Ärger über Wieland, der die Namen der dortigen Berühmtheiten missbraucht. Da werden also die Quellen gegen ihren späteren Rezipienten und Wiederbeleber und Nutznießer verteidigt. Um zu verstehen, wo da der Witz liegt, hätte man im 20. Jh. den Hegel gegen Marx aufstehen lassen müssen (was im Seminar von Klaus Hartmann passierte) oder auch den Marx gegen seine Marxisten – was ja in der Tat unsere Studentengeneration gemacht hat, als wir den jungen Marx gegen den alten verteidigten. Ach, viel früher, den Aristoteles gegen Thomas von Aquin und … Christus gegen 99 Hunderstel Seiner lieben Nachfolger. Das wären mal geistreiche Schul-Aufgaben, denn alles, was irgendwann mal neu gefunden wird, gibt sich als die Wahrheit des Alten aus – naja, vielleicht nicht die utopischen Romane. (Doch. Platon.) Man könnte das mit Freud und Ödipus machen, mit Barbarossa unter Bismarck, mit der jungen Kirche unter Vatikan II und sicher auch mit Platon gegen Pico della Mirandola. Also – als Spielanleitung für die gebildeten Kinder ist das nicht schlecht.
Jg
Info
Erscheinungsjahr | 18. Jh., 2. Hälfte |
Seiten | < 100 |
Autor | Goethe, Johann Wolfgang von |
Kommentar zu: Goethe, Johann Wolfgang von – Götter, Helden und Wieland.