
https://www.edition-hagia-sophia.de/p/igor-r-schafarewitsch-der-todestrieb-in-der-geschichte
Demographisch, demokratisch, kulturell, moralisch und ökonomisch zehrt der Westen heute von der Vergangenheit. Und lebt auf Kosten der Zukunft. So ist das im Sozialismus. Immer. … Google Books
Meinung
Cornelia meint:
Todestrieb im Sozialismus (The Socialist Phenomenon)
Mein Problem ist die Frage nach der Relevanz seiner Diagnose des Sozialismus für unsere heutige Situation. Wir haben es nicht mehr mit reinen Sozialismen zu tun, sondern mit SPD Gestalten.
Also statt Vermögensgemeinschaft die (deutlich mildere) Umverteilung. Statt intendierter Familienzerstörung die Familienzerstörung als ungern zugestandener Kollateralschaden bei der Sicherung der Chancengleichheit, sowohl für Frauen als auch für Kinder,, dito für Atomisierung der Individuen und Reduzierung sozialer Beziehungen auf die zwischen Individuum und Staat
Statt aggressivem Atheismus die Subjektivierung jedes Glaubens. Statt bejahtem Etatismus ein Etatismus, der sich als Hilfsmittel zur Selbstverwirklichung jedes Einzelnen ausgibt, wobei überdies der Individualismus, der den Menschen (unbeabsichtigt) atomisiert, auch in marktwirtschaftlichen (also anti-sozialistischen) Kontexten vorangetrieben wird.
In all diesen Hinsichten finde ich Schafarewitschs Gedanken (so einleuchtend sie sein mögen, auch wenn mir bei seinem Freud ein bissel schwindelig wird und ich die frühzeitlichen Sozialismen durchaus religiös durchsetzt beschrieben fand) nicht wirklich hilfreich für Leute, die mit der Gleichmacherei in der Krankenversorgung kämpfen (vgl. Journal of Medicine and Philosophy Heft über Equality in health care).
Wichtig für uns heute finde ich das Thema soziale Gerechtigkeit als Schrumpfstufe eines zerstörten Christentums im Westen, also Dostojewskis Diagnose. Als Christ finde ich das deshalb wichtig, weil gerade wir uns da hüten müssen, vor lauter Guttun Wollen in die sozialistische Richtung, oder schon bloß in die Gegend der SPD Rhetorik zu kommen.
OR.
Info
Erscheinungsjahr | 20. Jh., 2. Hälfte |
Seiten | 300-600 |
Autor | Schafarewitsch, Igor |
Kommentar zu: Schafarewitsch, Igor – Todestrieb im Sozialismus.