Tolstoi, Lew - Volkserzählungen - Deutschsprachige Orthodoxie

Der DOM-Buchklub

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Buchkritiken – Wozu?

von Cornelia Hayes

Gründungsmitglied Cornelia Delkeskamp-Hayes

Ich gehöre zu den Leuten, die ihr ganzes Leben lang Bücher geerbt und gekauft haben. Jetzt bin ich alt und sehe mit Schrecken, dass meine Kinder auch schon volle Schränke führen. Wo soll das alles mal hin?

So kam die Idee, mit meinen Enkeln ein posthumes Gespräch zu beginnen, als orthodoxe Großmutter, mit deren Geschichten und Späßen sie alle aufgewachsen sind. Ich wünsche mir natürlich zuallererst, dass sie in der Kirche heimisch bleiben. Sie sollten sich aber zugleich, wie Vater Alexander Schmemann uns ermutigt, allem (wahrhaft) Schönen öffnen, denn auch darin zeige sich die Herrlichkeit Gottes.

Meine Empfehlungen (für jüngere und auch ältere Leser) nehmen also eine orthodoxe Perspektive ein. Die Anregung kommt vom Heiligen Basilius, der über den richtigen Gebrauch der griechischen Literatur einiges zu sagen hat: Er sieht sie als hilfreich zur Belehrung über die Tugenden, die auch im orthodoxen Leben wichtig sind,  und zur Einübung von Unterscheidung zwischen dem Guten und dem Schein-Guten.

Diese Perspektive setzt mich in kritische Distanz zum literarischen Kanon, den ich als Germanistik-Student kennen und lieben lernte. Meine Ehrfurcht vor – zum Beispiel – Faust I und anderen berühmten Großwerken ist durch mein kirchliches Leben geschwunden. Gerade bei einem so großen Genie wie Goethe bin ich erstaunt, wie läppisch mir vieles vorkommt, insbesondere die Spielerei mit den griechischen Pseudogöttern. Andererseits fand ich einiges Abseitige, und ganz besonders seine (nicht absseitige) Dichtung und Wahrheit ungeheuer faszinierend und lohnend. Und so geht es mir mit vielen Büchern, die heute zum literarischen Schulprogramm gehören. Meine Enkel sind noch klein, aber ich hoffe, dass ich all die Gespräche noch werde mit ihnen führen können, für die ich passendes Lesefutter bereitstelle.

Eine Einschränkung ist mir wichtig: Ich habe zwar auch Gedichte ausgesucht, die mir lohnend schienen. Aber sowohl bei Lyrik und Prosa halte ich mich von allen Liebesdingen fern: Hier muss jeder für sich selbst und ganz privat das ihn Berührende erschließen, und da funkt eine alte Großmutter nicht dazwischen.

Nun möchte ich meine Überlegungen der DOM-Öffentlichkeit zur Verfügung stellen. Vielleicht regen sie auch andere zum Lesen und Kommentieren an, so das das erhoffte Gespräch weitere Kreise zieht. Wenn andere Gernleser mitmischen und eigene Werke auswählen – umso besser. Ich freue mich schon auf solche Mitarbeit.

Leo N. Tolstoi: Volkserzählungen. Vollständige Ausgabe sämtlicher Erzählungen aus den Jahren 1851–1869

Meinung

Cornelia meint (KK = für kleinere Kinder, GK = größere Kinder, JG = Jugendliche, OR = orthodox relevant):

Gott kennt die Wahrheit doch er offenbart sie nicht so bald (1872; Gott sieht die Wahrheit, sagt sie aber nicht sogleich)

Einem Unschuldigen (Axenow) wird ein Mord untergeschoben, er wird verurteilt und nach Sibirien geschickt. Als sogar seine Frau ihn fragt, ob er es war, wird ihm klar: er kann sich nur noch an Gott halten. Von da an lebte er nur im Gebet.  Er führt im Lager dort ein geistliches Leben und wird von allen geliebt. Von seiner Familie hört er nie mehr etwas. Nach Jahren dort findet sich auch der wahre Mörder (Makar) ein, fälschlich verurteilt, aber wissend, dass er es verdient hat. Den erkennt Axenow an seinem Täterwissen. Er erlebt Trauer und Wut über sein zerstörtes Leben, seine Ruhe ist weg.  Makar will ausbrechen und verlangt Stillschweigen über den Plan.  Man entdeckt den Tunnel – aber Axempw, der weiß, wer es war, schweigt. Darüber kommt Makar die Reue. Weil der andere ihn nicht verriet – trotz aller von ihm verschuldeten Leiden. Auf die Bitte um Vergebung sagt Axenow: Gott wird dir vergeben, vielleicht bin ich hundertmal schlechter als du. Und damit hat er seine Ruhe wieder gefunden. Der Täter stellte sich. Aber als der Unschuldige entlassen werden sollte, war er schon tot.

Eine sehr schöne Geschichte, aber nur für große Kinder.

GK

Gefangen im Kaukasus (1875)

Reine Abenteuer-Erzählung, aber auch das Hohelied der Kameradentreue Schilins gegen Kosylin, obwohl jener ihm beim Überfall der Tataren im Stich ließ. Schilin hilft Kosylin bei der gemeinsamen Flucht, die scheitert, weil er den dicken Kerl tragen muss, als der nicht mehr laufen kann. Kosylin wartet auf ein Lösegeld, mit dem Schilin nicht rechnen kann. Bei der nächsten Flucht bleibt Kosylin darum (und um dem Kräftigeren mehr Freiheit zu lassen) in der Grube – Schilin wird von Russen gerettet. Und dann fährt er doch nicht heim, um die Mutter zu sehen, sondern wartet bis auch Kosylin freikommt.

Richtig schön für Kinder, gerade die Begegnung mit den Tataren, wo es auch edle Leute gibt.

GK

Wodurch (Wovon) die Menschen leben (1881)

Armer Schumacher versucht, einen Pelz für den Winter zu kaufen. Trifft einen halb Erfrorenen und bringt ihn mit heim – die Frau ist erst nicht begeistert über den neuen Esser und gar keinen Pelz. Die Schumacher behalten den Fremden, und der nützt dem Geschäft. Aber sie tun es aus Barmherzigkeit. Nach einem Jahr hat der Fremde gelernt, was er lernen musste: Es war ein Engel, der einen Auftrag Gottes aus Mitleid nicht ausgeführt hatte. So wurde er zu einer Lehrzeit verurteilt. Der Engel aber hat gelernt, dass die Menschen durch Barmherzigkeit leben

Schöne Geschichte für Kinder.

 GK*

Erstickst du das Feuer nicht im Keime, so wird es übermächtig (1885; Lass den Funken nicht zur Flamme werden)

Wachsender Krach zwischen Nachbarn eskaliert. Der alte Vater will bremsen. Aber erst muss das ganze Dorf abbrennen, ehe der eine, der den anderen als Brandstifter weiß, und ihn nicht verrät, so dass Frieden kommen kann. Eine gute Geschichte für Kinder.

GK

Wo die Liebe ist, da ist auch Gott (1885)

Martyn ist ein armer Schuster der wegen viel Unglück den Glauben verloren hat. Ein Greis gibt ihm ein Evangelium, er ist fasziniert. Eines Nachts träumt er Christus werde ihn besuchen. Am nächsten Tag geschieht es, dass er sich über einen Nachbarn und noch andere Menschen in Not erbarmt und die zu sich reinholt. Jesus ist nicht gekommen. Und dann versteht er: das war Jesus in den „geringsten seiner Brüder“.

Eine sehr schöne Geschichte.

 GK*

Zwei Greise (1885; Die beiden Alten)

Jefim ist reich, Jelissej ist arm. Beide wollen nach Jerusalem pilgern. Jelissej muss unterwegs pausieren, er ist schwächer und braucht Wasser. Kommt in ein Haus, wo alle grad sterben. Bleibt und hilft ihnen auf die Beine. Sein Reisegeld ist verbraucht, er kehrt heim, alle sind froh, ihn wiederzuhaben. Jefim ist allein weitergereist, von lauter geldgierigen Leuten umgeben, hat Sorge wegen Dieben, sorgt sich ob zuhause alles okay gemanagt wird, sieht dreimal Jelissej am Grab beten, kann ihn aber nie treffen. Erst zuhause, nachdem er unterwegs von den guten Taten seines Gefährten gehört hat, sieht er ihn wieder und sagt ihm, wo er ihn sah. Der aber bittet ihn zu schweigen und versorgt froh seine Bienen.

Wunderschöne Geschichte.

GK*

Die Kerze (1885)

Grausamer Verwalter unterdrückt die Bauern. Ein frommer rebelliert nicht, gehorcht, und pflügt – auf Befehl –  auch am Ostermontag. Er tut das singend, mit Kerze auf Pflug, die nicht ausgeht. Da bereut der Verwalter – oder genauer: er weiß sich überwunden –  und will, gedrängt von seiner Frau, die Bauern heimschicken. Dabei erleidet er einen grausamen Unfall.

Dieser Unfall macht das ganze für Kinder ungeeignet. Aber für ältere Kinder okay.

GK

Drei Greise (1886; Starzen)

Die drei auf der Insel, die nur wissen: wir sind drei, ihr seid drei, helft uns. Der Erzbischof interessiert sich und bringt ihnen mühsam das Vaterunser bei. Auf der Rückfahrt aber kommen die 3 übers Wasser, weil sie das Gebet nicht behalten konnten. Der Erzbischof kapiert und sagt: schon okay.

Wunderbar! Wenn man keine Ideologie draus macht. Also fest in der Kirche steht.

JG+. OR

Iljas (1885)

Unter Muslimen. Reichtum suchen bringt nur Sorgen. Nachdem er alles verloren hat und einem mitleidigen Nachbarn dient, hat er das Glück gefunden.

Ich bin dagegen. Reichtum bietet auch die Möglichkeit, Leuten Arbeit zu geben. Reichtum ist nicht ganz schlecht. Wo kämen wir denn da hin. Außerdem bin ich gegen den islamischen Kontext.

Die beiden Brüder und der Schatz (das Gold) (1885)

Zwei Brüder dienen den Menschen, die es nicht schaffen. Sonntags kommt ein Engel in ihre Höhle. Dann findet einer der beiden einen Klumpen Gold auf der Wiese und rennt davon. Der andere nimmt das Gold, baut im Dorf Krankenhaus, Witwenhaus und Pilgerhaus, stattet alle drei mit Geld aus und setzt fromme Greise über sie. Der Engel ist zorning: man kann Menschen nicht mit Geld helfen, nur mit persönlicher Arbeit.

Das ist einerseits genau das, was ich gegen social justice sage – naja, nicht ganz, denn hier werden fromme Greise eingesetzt. Ich bin nicht so radikal. Andererseits spiegelt dies hier den Konflikt zwischen Josef von Volokalamsk und Nil Sorsky. Eine sehr bedeutende Geschichte, auch für Kinder, die halt für Mönche gemeint ist. Das Gold war vom Teufel dort hingelegt worden.

OR. JG+.*

Kleine Mädchen sind klüger als alte Leute (die Erwachsenen) (1885)

Kinderstreit löst Elternkrieg aus, aber die Mädchen spielen längst wieder miteinander. Schöne Kindergeschichte.

KK

Der Teufel ist hartnäckig aber Gott ist stark (1885; Der Feind ist zähe, aber Gott ist stark)

Ein Sklavenhalter lebt in Frieden mit seinen Sklaven, was den Teufel ärgert, der einen als Stänker anstiftet. Aber die Geduld des Herrn besiegt die Bosheit. Der Herr lässt den Stänkerer frei und Teufel hat das Nachsehen sauer.

Schöne Kindergeschichte.

 GK

Ein Märchen von Iwan dem Narren (1885)

Iwan ist ein Narr in Christo, der mit seiner unbesiegbaren Sanftmut alle Listen des Teufels zunichte macht und auch noch die bösen Brüder rettet.

Sehr utopisch die absolute Gewaltlosigkeit und Bereitschaft zur Besitzlosigkeit. Wenn man von Feinden überwältigt und beraubt wird, dann weint man halt. Es geht auch um Hände-Arbeit als heiligend, gegen Kopfarbeit.

Immerhin: wer schwielige Hände hat, kriegt zu Essen, wer nicht: kriegt die Reste. Das ist soziale Gerechtigkeit Marke Paulus.

Eher für ältere Kinder zum kritischen Lesen.

 JG-

Ein Roggenkorn, groß wie ein Hühnerei (1885)

Zu moralinsauer für die Händearbeit. Nix.

Wie das Teuflein sich den Brotkanten verdienen wollte (1886)

Bauer beschämt Teuflein durch Geduld, nachdem der ihm das Brot geklaut hat. Soll jetzt diesen Mann unterkriegen, sagt der Chef-Teufel.

Teuflein heuert als Knecht an und bringt dem armen Bauern viel Gewinn, aber dabei auch in lauter Versuchungen.  Eine Lehrfabel für Kinder, wie der Genuss, für den wir Gott nicht danken, ins Verderben führt.

Bedenklich ist allerdings, wie schlecht die Sache ausgeht. Also für ältere Kinder.

GK

Der Tod des Ivan Iljitsch (1886)

Über das verfehlte Leben, das Sterben ohne Reue als Höllenqual, die Barmherzigkeit gegenüber dem weinenden Söhnchen als Erlösung, die dann auch Barmherzigkeit gegenüber der Frau weckt. Das ist absolut ergreifend. Anfangs dachte ich noch, Tolstoy wolle das normale Leben eines Bürgers einfach nur schlecht machen, Marke Linke Bürgertums-Kritiker. Aber der Blick, den Tolstoy auf diesen Iwan wirft, und der Blick den er Iwan auf die Welt werfen lässt, ist gnadenlos dem Licht der Herausforderung Christi ausgesetzt: Ein Leben, das immer nur die eigene Annehmlichkeit verfolgt und nirgends sich um den Nächsten kümmert, ist schlimm. Interessant ist, dass Bauer Gerassim, dessen Mitleid und Fürsorge ihm doch guttut, kein Herzensöffner ist. Ivan nützt den nur aus, ist immerhin dankbar. Aber kein Zeichen, kein Geschenk, keine Erkenntlichkeit.

Dieses Buch ist auch ein Gericht über uns alle.

OR

Ein reuiger Sünder (1886)

Ein Sünder schafft in letzter Minute es zur Reue und kämpft dann um Einlass im Hmmel.

Das ist mir zu legalistisch

Das Patenkind (1886; Der Patensohn)

Eine große Geschichte von Versuchung, von Fallen, und Jahrelanger Buße, bei der der Gefallene wichtige Lektionen über das Leben lernt. Erst, nachdem er alles Eigeninteresse aufgegeben hat, kann er das Böse besiegen. Eine mönchische Geschichte.

Eher für ältere Kinder.

GK

Wie viel Land (Erde) der Mensch braucht            (1886)

Die Versuchung durch immer größere Gier, sobald man die Möglichkeit hat, mehr Land zu erwerben. Am Ende stirbt der Gierige und der Teufel hat gesiegt. Nix.

Der Arbeiter (Knecht) Jemeljan und die hohle Trommel (1886)

Auf märchenhafte Weise kommt der kleine Knecht zu einer schönen Frau, die der Woiewode ihm wegnehmen will. Interessanterweise muss der aber den Schein des Rechts wahren, will also den Bauern als Knecht einbefehlen und ihn dann sich totarbeiten lassen. Aber egal wie unmöglich die Aufgaben, märchenhaft wird alles geschafft. Bis der Woiewode eine logisch unlösbare Aufgabe stellt. Hier muß Wassa, seine Frau, ihre Großmutter einbeziehen, die ihm hilft, eine Trommel zu finden, mit deren Hilfe er den Woiewoden in Angst versetzt, denn die Trommel ruft alle Soldaten hinter dem Bauer her. So kann er seine Wassa befreien. Eine schöne Kindergeschichte.

GK*

Wandelt im Lichte solange das Licht leuchtet (1887)

Abgesehen von zwei Sachen, die absolut häretisch sind, ein Pelagianismus, und eine völlige Kirchen-Fremdheit, gibt es eine sehr berührende Darstellung einer christlichen Urgemeinde, im Kontrast zum heidnischen Leben. Faszinierend, wie der Heide immer wieder Christ werden will, dabei aber – wie von einem Teufel – von einem heidnischen Stoiker oder Epikuräer gehindert wird, der teils ganz falsche und ungerechte Vorwürfe gegen die Christen hat, die Pamphilus alle widerlegt. Interessant ist, dass die Verantwortung des Christen für die Kinder keine Rolle spielt. Julius‘ Frau war Christin und bereit, mit ihrem Mann dorthin zu gehen, die Kinder aber bei den Großeltern zu lassen. Da fehlt also jeder Sinn für die Mission der Frau und der Familie. Auch sind bei den Christen die Sitten eher kommunistisch: Kinder werden nicht bevorzugt von den Eltern, wie auch die Gattenliebe zuerst geschwisterlich sein soll, und erst dann erotisch. Das ist verquast. Zentralthema ist, wie Lebens- und Kultur- und Weltverneinend die Christen sind.

Diese Geschichte Buch ist gut für einen Katechumenenunterricht: was ist richtig, was falsch.

OR

Drei Söhne (1887)

Eine ziemlich platte Parabel auf Gott und die Menschen. Nix

Ein müßiges Gespräch (1898; Gespräch müßiger Leute)

Für Jugendliche: ein junger Mann, ein Mittelalter, ein Alter. Sie sind sich einig darüber, , wie man christlich leben sollte (alles weggeben). Und sie sehen ein: keiner kann ausbrechen.

Es ist zu teuer (1890)

Nach Maupassant: In Monaco soll ein Verbrecher hingerichtet werden, aber es gibt keinen Henker und keine Guillotine. Die zu beschaffen ist zu teuer, ebenso die Gefangenschaft mit Wärter. Endlich will man ihn laufen lassen, der aber sagt, dass er sich ans Versorgtwerden gewöhnt hat. So setzt man ihm eine Pension aus…

JG

Drei Gleichnisse (1893)

Über die Nichtbeantwortung des Bösen mit Bösem. Etc.

Quatsch. Zu Gleichnishaft.

Herr und Arbeitsmann (1895; Herr und Knecht)

Tolstoy at his best: mit welcher Liebe beschreibt er den Kaufmann, der nur Geld im Kopf hat und über Leichen geht, dann aber, nachdem er im Schneegestöber seinen Knecht verlassen wollte, um sich selbst zu retten, sich über Nikita legt, damit dieser leben kann. Er selbst erfriert. So schenkt er das Leben dem Diener, der immer unter Herrschaft stand, nah an en Tieren, seiner Sünden bewusst, demütig, ohne eigenen Willen, aber sich unter Gott wissend und getröstet. Das arme Pferdchen. Diese Geschichte kann man jedem schenken.

OR JG+

Die Vernichtung der Hölle und ihre Wiederherstellung (1902; Die Zerstörung der Hölle und ihr Wiederaufbau)

blasphemisch

König Assarhaddon (1903; Der assyrische König Assarhadon)

Lernt, daß sein Feind er selbst ist. Dann ändert er sich.

Zu östlich

Arbeit, Tod und Krankheit (1903)

schräg

Drei Fragen (1903)

Schön wie man das Wesentliche hintenrum lernt.

Sehr schön auch für Kinder.

 GK

Der Große Bär (1904)

Selbstlose Barmherzigkeit. Gut für Kinder.

 GK*

Das Gebet (1905)

Wenn Gott uns das Kind nimmt, so deshalb, weil es schlecht leben würde. So kann sich die Mutter versöhnen.

Wasja  Kornij (1905; Kornej Wasiljew)

Eine sehr schlichte Erzählung von Kaufmann mit Kopf für nix als Geld (so wie bei Herr und Arbeitsmann), aber doch mit Liebe zur Familie. Seine Frau betrügt ihn, er prügelt sie, misshandelt das Kind, das nicht von ihm ist, und geht davon. In der Ferne geht er langsam zugrunde. Wandert als Bettler zurück ins Dorf, findet bei seiner Tochter Unterkunft. Sie ist inzwischen gut verheiratet, trotz der vom „Vater“ verstümmelten Hand. Der Versuch, mit seiner Ex-Frau Frieden zu schließen, misslingt: Sie erkennt ihn, schickt ihn als Bettler fort. Dann bereut sie. Als sie am anderen Tag zur Tochter kommt – ist der Mann schon friedlich gestorben.

Eine wunderbare Geschichte. Tolstoi at his best.

OR. JG+

Info

Erscheinungsjahr 1886
Seiten 90

Kommentare

Kommentar Tolstoi, Lew – Volkserzählungen.

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