Deutschsprachige Orthodoxie - Wer wir sind

Wofür wir stehen

Christen sollen Zeugnis ablegen. Orthodoxe Christen sehen sich unter dem Gebot, die Wahrheit der Einen Kirche Christi zu bekennen. Von dieser Kirche handelt das Glaubensbekenntnis von Nizäa-Konstantinopel, das unser Gebetsleben prägt.

Wir sind berufen, unsere Nächsten auch insofern zu lieben, als wir ihnen helfen, den Weg des Heils in dieser einen, weltweiten orthodoxen Kirche zu finden.

Diese Kirche lebt in vielfältig ausgeprägten regionalen Ortskirchen. Im Westen wird sie oft fälschlich auf „Ostkirche“ reduziert; in Deutschland gilt sie weithin nur als „Kirche für Emigranten“. In Wirklichkeit lebt in jeder dieser Ausprägungen die universale Kirche des ersten Jahrtausends, die bis heute der Apostolischen Tradition in ihrer ganzen Fülle treu geblieben ist.

Diese Webseite wurde von der Deutschsprachigen Orthodoxen Missionsgesellschaft ins Leben gerufen. Sie soll in allen Ländern und Regionen deutscher Sprache über den Glauben und die Lebensweise der Christlichen Orthodoxie informieren. Sie möchte orthodoxen Christen dabei helfen, ihrer Berufung gemäß Zeugnis abzulegen. Das ist nicht leicht in säkularisierten Gesellschaften. Viele Menschen hier wollen von den christlichen Wurzeln der Kultur des Westens nichts mehr wissen. Wer sich noch als „Christ“ versteht, beschränkt seinen Glauben häufig auf das, was die „wissenschaftliche Aufklärung“ gelten läßt: Christsein erscheint somit auf den moralisch „guten Willen,“ den politischen „Werte-„ Diskurs oder Frömmigkeit ohne theologische Klarheit reduziert. Für ein authentisches liturgisch-asketisches Leben bleibt da kein Raum.

Diese Webseite möchte zum persönlichen Gespräch mit nicht-orthodoxen Christen, mit Andersgläubigen sowie auch mit nicht-Gläubigen anregen. Unter übersichtlich angeordneten Rubriken soll der Zugang zu hilfreichen Informationen (durch Verlinkung mit anderen Webseiten, Hinweisen auf Bücher, Veranstaltungen und Tagungen) erleichtert werden. So versuchen wir, Brücken zu bauen: Sie sollen von den geistlichen, moralischen, lebenspraktischen und bioethischen Fragen unserer Zeit hinführen zu den Schätzen einer zweitausend-jährigen Tradition in der Erfahrung göttlicher Heiligkeit. Solche Erfahrung ist natürlich nur sehr selten durch einen internet-Auftritt vermittelbar. Irgendwann müssen Interessierte sich aufmachen zum „komm und sieh selbst“. Aber die Motivation für ein solches Abenteuer kann eine internet-Seite durchaus wecken.

Eine wesentliche Voraussetzung für solche Gespräche liegt in einer größeren Offenheit der von Zuwanderern getragenen Gemeinden für deutschsprachige Besucher. Darum setzt sich unsere Gesellschaft mit dieser Webseite für eine stärkere Verwendung der deutschen Sprache in den russischen, griechischen, serbischen, rumänischen und antiochenischen Gottesdiensten ein. Sie möchte darüber hinaus zum Nachdenken anregen über eine deutsch-sprachige Orthodoxe Kultur: Welche Anknüpfungspunkte gibt es in den eigenen historisch gewachsenen Kulturen der Länder und Regionen deutscher Sprache? Wie läßt sich den durch solche Kulturen geprägten Menschen der Zugang zu diesem (zunächst mehr oder weniger fremd erscheinenden) Glaubensleben erleichtern?

Unsere Gesellschaft ist dem Heiligen Erzengel Michael geweiht. Im gesamten historisch deutschen Sprachraum finden sich als erste Zeugnisse der frühen Christianisierung die Michaels-Kirchen. Der Erzengel, der die rebellischen Himmelsmächte in die Tiefe verbannte und so den Kräften des Bösen Widerstand leistet, wurde von den noch heidnischen Germanen als Beschützer anerkannt. Unsere Mission soll das Bewußtsein dieses uns geschenkten Schutzes neu wecken.

Zu unseren Mitgliedern zählen Christen aller hier vertretenen kanonischen Diözesen. Einige kommen aus orthodox geprägten Ländern und lernen hier in der Fremde, ihren Glauben neu schätzen. Andere sind aus eigenem Antrieb zur Orthodoxie konvertiert und haben erfahren, wie das scheinbar Fremde sehr schnell zum Aller-Vertrautesten wurde: Trotz aller anfänglichen „Zumutungen“ erleben sie ihr neues Leben als eines „wie es sein soll“. Unsere Gesellschaft, und mit ihr auch diese website möchten diese beglückende Entdeckung möglichst vielen anderen Menschen zugänglich machen.